30.03.2011, 10:45
Jetzt wird's aber Zeit!

Glücklich, wer sich dem Garten zuwendet!

In Deutschland gibt es rund 20 Millionen Gärten, Tendenz
steigend; bei knapp 82 Millionen Bundesbürgern ist das
eine beeindruckende Zahl! Zugegeben, manche Gärten
sehen nicht eben so aus, als würden die Besitzer das Grün
vor und hinter dem Haus von Herzen lieben. Dennoch, für
den überwiegenden Teil der Gartenbesitzer darf man
annehmen, dass ihnen der eigene Garten ein Quell der
Freude ist. Die Motive sind verschieden und es ist nahezu
unmöglich, eine Rangordnung der wichtigsten Gründe
für Gartenglück aufzustellen, aber diese sind garantiert
dabei:

Ein Garten ist ein einzigartiges Urlaubsparadies gleich
hinter dem Haus. An keinem anderen Ort kann man
Erholung und Ruhe privater erleben und genießen als
im eigenen Garten – fernab jeder hektischen Betrieb-
samkeit. Ob man für kurze Zeit im Liegestuhl aus dem
Alltag aussteigt oder beim Gärtnern Entspannung sucht, ist
jedem selbst überlassen. Das Gärtnern wird übrigens, laut einer aktuellen
wissenschaftlichen Studie, nicht als Arbeit im herkömmlichen Sinne erlebt, sondern als
Möglichkeit, das Leben aktiv neu zu entdecken. Beim Buddeln, Pflanzen, Hegen und
Pflegen wird ganz nebenbei frische Energie getankt. Manch einer lebt dabei seine längst
verschüttet geglaubte Kreativität aus, während andere die sinnlichen Erfahrungen, die
die Natur zu bieten hat, besonders schätzen.

Weil man auch im eigenen Garten zum Naturschützer werden kann.
Wer glaubt, Naturschutz könne nur draußen in der Welt stattfinden, der irrt. Denn mit der
entsprechenden Auswahl an Pflanzen und der richtigen Gartenplanung, inklusive
Wasserflächen, Unterschlupf-, Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für Tiere, kann
Naturschutz und Artenvielfalt schon im eigenen Garten beginnen. Wer sich unsicher ist,
was Schmetterlinge, Hummeln, Ohrwürmer und Co. brauchen, oder wie ein Vogel- oder
Fledermaus-freundlicher Lebensraum aussieht, dem bieten Landschaftsgärtner sowohl
bei der Auswahl der richtigen Pflanzen, als auch bei der Planung und Umsetzung eines
naturnahen Gartens fachliche Beratung und praktische Unterstützung.

Weil ein Garten Wohnraum sein kann.
Der Garten ist ein besonderer Lebensraum. In den warmen Monaten des Jahres wird er
für viele sogar zum erweiterten Wohnzimmer. Je nach Größe des Geländes lassen sich
unterschiedliche und auch ganz spezielle Garten(t)räume anlegen und das ganz
individuell nach den Wünschen und Bedürfnissen der Besitzer. Für die einen ist es die
Erholung in einem Heckenzimmer mit Durchblick, andere lieben die entspannte Lektüre
in einer von Rosen umrankten Sitzecke. Abenteuerlicher wird es inmitten eines Spiel-
und Pflanzendschungels und geradezu „biutopisch“ auf der Terrasse am eigenen
Schwimmteich. Landschaftsgärtner verarbeiten eine Vielzahl unterschiedlicher
Materialien – Holz, Stein, Glas, Metall – und schaffen zusätzliche und höchst persönliche
Garten-Wohnräume zwischen Bäumen, Sträuchern und Stauden.

Weil ein Garten sich nicht treiben lässt und niemals fertig ist.
Vieles geschieht heute nach dem Motto „Schneller, höher und weiter“: Terminkalender
quellen über, Arbeitsprozesse werden beschleunigt und die Hektik des beruflichen
Alltags mündet bei vielen im Stress unzähliger Freizeitaktivitäten. Man kann aber nicht
alles beschleunigen, manches widersetzt sich unserem Streben nach Schnelligkeit oder
Effektivität. Ein Garten gehört dazu, Pflanzen lassen sich niemals zur Eile antreiben.
Keine würde schneller wachsen oder im Winter Früchte tragen,
nur weil der Mensch es gerne so hätte. Die Jahreszeiten haben
ihr ganz eigenes Tempo und das überträgt sich auch auf den
Rhythmus der Menschen. Im Garten heißt es Warten lernen.
Geduldig warten – beispielsweise auf das erste Grün, die ersten
zarten Blüten, mit denen die Frühlingsgehölze uns nach einem
langen und schneereichen Winter überraschen. Ein Garten
verändert sich ständig, denn alles, was in ihm wächst lebt und
hat seine Wirkung auf seine Menschen. Der Garten ist niemals
fertig und gerade das macht ihn zu einer Herausforderung.

Weil Gärten Orte für alle Sinne sind.
Gärten lassen sich immer wieder neu entdecken und erforschen,
 in ihnen kann man alle fünf Sinne im Einklang mit der Natur
entfalten. Wichtig ist, dies schon vor der Pflanzung zu berücksichtigen, denn gut geplant gibt
es viel zu sehen, zu riechen und vor allem zu erleben. Jede Jahreszeit hat ihre Pflanzen,
ihre charakteristischen Farben und Formen,
aber auch ihre typischen Düfte, Geräusche und nicht zuletzt ihre speziellen Besucher
wie bunte Schmetterlinge und Vögel. Manche nur wenig bekannten, zart duftenden
Gehölze können die Nase mindestens so intensiv umschmeicheln wie lieblicher
Rosenduft und das würzige Aroma von Kräutern. Wer will, kann in seinem Garten die
Stille genießen oder dem Summen der Bienen lauschen, beim Geräusch des
plätschernden Wassers träumen oder dem Rascheln des Schilfgrases zuhören. Auch
der Geschmackssinn kommt nicht zu kurz, wenn außer Kräutern für die Küche auch
Beerensträucher und Obstgehölze gepflanzt wurden. Selbst mit den Füßen ist ein Garten
erlebbar, wenn man mit nackten Zehen durchs feuchte Gras schlendert, die Wärme der
Holzplanken oder die glatte Oberfläche der Natursteinplatten spürt.

Weil jede Form der Gartengestaltung ihren ganz eigenen Charakter hat.
An keinem anderen Ort lässt sich Kreativität so individuell umsetzen wie im eigenen
Garten. Der Garten ist ein persönlicher Ausdruck, ein Spiegelbild seines jeweiligen
Besitzers. Er wächst mit ihm, reift heran und verändert sich im Laufe seines Lebens mit
seiner Nutzung, beispielsweise vom Erlebnisraum für Kinder zum Erholungsraum für
(Groß-)Eltern. Der eine bevorzugt klare Linien, eindrucksvolle Formen und das Spiel mit
wenigen Blütenfarben, Kontrasten und Lichteinsatz. Für andere kann die Bepflanzung
nicht fröhlich, farbenfroh und opulent genug sein. Jede Form der Gartengestaltung – sei
es pflegeleicht, naturnah, romantisch verspielt oder auch streng formal – hat ihren ganz
eigenen, einmaligen Charakter. Wie wunderbar, dass jeder den Garten gestalten (lassen)
kann, der zu ihm passt.

Weil ein Garten auch ein sozialer Raum ist.
Über die Hälfte aller Gartenbesitzer, quer durch alle Generationen und soziale Schichten,
schätzt den Garten als sozialen Raum und kommunikative Begegnungsstätte. Er ist
Treffpunkt für die ganze Familie. In ihm setzt man sich gerne mit Freunden und
Nachbarn zusammen, feiert Geburtstage, Jubiläen, ja selbst für Hochzeiten ist ein Garten
eine ideale Bühne – Blumenschmuck und Blütenduft inbegriffen. Und warum? Ein
Garten sorgt für gute Laune und Glücksgefühle und er schafft Freiraum. Denken Sie nur
an Kindergeburtstage, bei denen die kleinen Gäste mit glühenden Wangen und
strahlenden Blicken rundum glücklich im Garten toben.

Soweit so gut, obwohl ... Manch ein Gartenbesitzer hat im Kampf gegen Unkräuter und
Trockenheit aufgegeben, den Garten sich selbst überlassen. Das führt weder zu einem
Urlaubsparadies noch zu einem beschaulichen Biotop, geschweige denn zu einem
Gartenraum, in den man seine Nachbarn einladen will. Die gute Nachricht: Das lässt
sich ändern. Am besten fragt man jemanden, der sich damit auskennt: den Experten für
Garten und Landschaft, den Landschaftsgärtner.

BGL

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